Héije Risk fir HandwierksbetriberBis Ufank September hunn 72 Entreprisë Faillite deklaréiert

Annick Goerens
Et misst méi däitlech ënnerscheet ginn tëscht Entreprisen, déi Abus bedreiwen, an Entreprisen, déi struewelen, reagéiert elo d'Chambre des Métiers.
© RTL Archiv

Duerch d'Corona-Pandemie sinn d'Handwierksbetriber engem méi héije Risiko vu Faillitten ausgesat. 72 Entreprisen hunn an der éischter Hallschent vun dësem Joer Faillite deklaréiert. Dat si 27 Prozent méi wéi am 1. Semester 2019 a 47 Prozent méi wéi zejoert. Dës Hausse kéint engem Suerge maachen, mä misst awer relativéiert ginn, schreift d'Chambre des Métiers en Dënschdeg de Moien an engem Communiqué. D'Handwierk representéiert zwar 21 Prozent vun den Entreprisen hei am Land, ma just 11 Prozent vun de Faillitten.

Och wann d'Handwierk also relativ robust wär, dierft een net déi héich Risike vergiessen, deenen een nach wéinst der Pandemie ausgesat wär. Mëttlerweil géinge keng Corona-Hëllefe vum Staat méi ausbezuelt ginn an donieft missten nach 30 Prozent vun de ronn 338 Milliounen Euro, déi ausbezuelt goufen, rembourséiert ginn. Dat géing ee gewëssenen Drock a puncto Cashflow op d'Entreprisë maachen.

Do derbäi kéimen dann nach de Problem, dass keng Matières premières erbäikommen. Elo fäert d'Handwierkerkummer, dass d'Betriber, déi souwisou scho geschwächt sinn, eréischt an e puer Méint den Effekt vun all deem ze spiere kréien. Dofir fuerdere si, fir déi Lëtzebuerger Legislatioun iwwer d'Faillitten an d'Solvabilitéit ze moderniséieren.

Et misst méi däitlech ënnerscheet ginn tëscht Entreprisen, déi Abus bedreiwen an Entreprisen, déi struewelen, well se mat enger ongënschteger konjunktureller Lag ze kämpfen hunn, sou fuerdert et d'Chambre des Métiers.

Hei den offizielle Communiqué vun der Chambre des Métiers

Handwerksbetriebe einem erhöhten Insolvenzrisiko ausgesetzt

Die Coronakrise hat Spuren im Ökosystem der luxemburgischen Handwerksbetriebe hinterlassen. Auch wenn die Zahlen heute weiterhin zuversichtlich stimmen, so gibt es zahlreiche Risiken für diese Betriebe. Um die in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen zu unterstützen, spricht sich die Chambre des Métiers für eine Überarbeitung der entsprechenden Gesetzgebung aus.

72 Handwerksbetriebe mussten im 1. Halbjahr 2021 Insolvenz anmelden. Das sind 27 % mehr als im 1. Halbjahr 2019 (59 Insolvenzen) und 47 % mehr als im Vergleichszeitraum 2020. Dieser Anstieg, der beunruhigend erscheinen mag, muss jedoch relativiert werden: Nur 11 % der in Luxemburg angemeldeten Insolvenzen betreffen das Handwerk, welches jedoch 21 % aller luxemburgischen Unternehmen ausmacht.

338 Millionen an Covid-Beihilfen müssen zurückgezahlt werden (von allen Wirtschaftsbranchen)
Auch wenn das Handwerk im Vergleich zur restlichen Wirtschaft also einigermaßen robust erscheint, so ist es doch erheblichen Risiken ausgesetzt, die sich aus der Coronakrise ableiten.
Da wären in erster Linie die den Handwerksbetrieben bewilligten Beihilfen – um die krisenbedingte rückläufige Rentabilität zu überbrücken –, die nun nicht mehr ausbezahlt werden (mit Ausnahme der Veranstaltungsbranche, welche weiterhin förderfähig bleibt). Außerdem müssen 30 % dieser Beihilfen (338 Millionen Euro) zurückbezahlt werden. Die Geschäftsinhaber müssen demnach nun Gelder auftreiben, um ihre Schulden zu tilgen. Hinzu kommt, dass die Banken ihre Kreditbewilligungsbedingungen zwischenzeitlich erheblich verschärft haben.

Die Schwierigkeiten, die die Handwerksbetriebe in puncto Cashflow zu meistern haben, werden zudem durch die Probleme der Versorgung mit Rohstoffen verstärkt, mit denen viele Unternehmen zu kämpfen haben. Angesichts der Materialknappheit schießen die Preise durch die Decke und werden zur Belastung für die Finanzen der Handwerksbetriebe.   

Eine „verzögerte Wirkung“

Diese verschiedenen Faktoren lassen einen Rückschlag für die Handwerksbranche befürchten. „Die Handwerkbetriebe sind derzeit geschwächt und wir denken, dass sie in einigen Monaten mit verzögerter Wirkung hart getroffen werden könnten“, so Tom Wirion, Generaldirektor der Chambre des Métiers. „Wenn wir verhindern wollen, dass die Lage demnächst brenzlig wird, muss die luxemburgische Gesetzgebung in Sachen Insolvenz und insbesondere in puncto Zahlungsunfähigkeit von Handelsgesellschaften modernisiert werden.“

Die Chambre des Métiers wünscht sich eine deutlichere Unterscheidung zwischen:
Unternehmen, die in betrügerischer Absicht handeln – gegenüber welchen die Maßnahmen streng sein müssen, um die Wirtschaft zu sanieren – und Unternehmen, die unter den Auswirkungen einer ungünstigen konjunkturellen Lage leiden, sich keines „groben“ Verstoßes schuldig gemacht haben und demnach eine echte „zweite Chance“ verdienen – dies mit der gebotenen juristischen Sicherheit und möglichst geringem Verwaltungsaufwand.

Die Chambre des Métiers wird diese Angelegenheit im Laufe der kommenden Monate weiterverfolgen und ein Auge auf die Zahl der Insolvenzen im Handwerk haben.

Über die Chambre des Métiers

Die Chambre des Métiers vertritt sämtliche Handwerksbetriebe, d. h. Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittel, Mode, Gesundheit und Hygiene, Mechanik, Baugewerbe – Rohbau, Ausbau, technische Ausrüstung –, Kommunikation/ Multimedia und Kunsthandwerk sowie Branchen anderer (handwerklicher) Aktivitäten – das sind insgesamt 8.031 Unternehmen mit 99.579 Beschäftigten.

Die Aufgabe und Rolle der Chambre des Métiers besteht in der Verteidigung, der Vertretung und der Artikulation der Interessen ihrer Mitglieder, der Handwerkbranche und der luxemburgischen KMU.

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