Pierre MoosDemokratie auf Abwegen

Lieserbréif vum Pierre Moos
Mit diesem Leserbrief möchte ich mich zu verschiedenen Aspekten des oben genannten Themas äußern mit Fokus auf die gesellschaftlichen und persönlichen Begebenheiten und Auswirkungen.
© RTL Grafik

Ich bin Jahrgang 1954 Vater von zwei Kindern und habe drei Enkelkinder woraus resultiert, dass ich mir heute ernsthafte Sorgen mache was die Zukunft unserer Kinder betrifft. Diesem Umstand ist geschuldet, dass mich die unsicheren Zukunftsaussichten sehr bewegen und gleichzeitig umtreiben in meinem Engagement als Friedensaktivist gegen Aufrüstung und Militarisierung und gleichzeitig ein Zeichen zu setzen. Ich fühle mich verpflichtet gegenüber anderen Bürger/Bürgerinnen stellvertretend für sie eine Stimme zu verleihen.

Das Anliegen gegen Aufrüstung und Militarismus wurde schon mehrfach vor unserer „Chamber“ vorgetragen. Ebenfalls wurde das Anliegen zur Verteidigung unserer Soldaten in Wiltz geäußert.

Weiterhin finde ich es bedauerlich und zu tief bedenkenswert und einer Demokratie „unwürdig“, dass die Medienlandschaft insgesamt betreffend Aufrüstung/Militarismus immer nur einseitig berichtet. Es wird oft begrenzt, wenig kritisch kommentiert und nicht alle Aspekte bzw. Fragen beantwortet. Diese Diskussion sollte aber in einer Demokratie der Fall sein. Es scheint so als ob die Medienlandschaft teilweise ein Maulkorb verpasst bekommen hätte. Eine weitere Frage die man hier stellen kann, lautet: Für wie unmündig hält die Regierung und samt Opposition unsere Gesellschaft um diese Situation ganzheitlich zu deuten, zu erklären und geeignete Definitionen zu finden.

Nebenbei bemerkt, kritische Bücher welche den Ukrainekonflikt als Thema behandeln können vielfach nur im Netz bestellt oder gelesen werden. Hinweisen will ich des Weiteren, dass es schon fast beschämend ist, dass es die sogenannte „Zivilgesellschaft“ sich nicht zu Wort meldet bei dem dieses Thema gerade durch sie mit Interesse und Argwohn zielgerichtet betrachtet werden sollte.

Im Aufrüstungsbereich vermeldete die Handelskammer über mehr als hundert Firmen die sich in Luxembourg niederlassen wollen bei der Luxembourg Teilhaber einer unsinnigen Aufrüstungsspirale sein würde.

Es gab nie eine Anfrage in der Chamber nachdem Russland die Ukraine überfallen hatte warum diese Grausamkeit geschehen konnte. Dieser Krieg ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Der Konflikt war abzusehen. Hierzu gab es eine Vorgeschichte beginnend 1990 über 2014 (Maidan) bis hin zum heutigen Krieg.

Jeder Krieg ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit, hier, wie auch dem Irakkrieg welcher auf Lügen beruhte, wie so andere Konflikte ebenfalls.

Bis zum heutigen Tag ist größtenteils nicht eine Silbe von der Politik oder den Medien vernommen worden, was ein Kritisches nach allen Seiten offenes Bild geben würde. Hinsichtlich einer funktionierenden Demokratie ist das zuvor geschriebene nicht förderlich und abwertend zu betrachten.

Zu diesen Themenbereichen würde kritischer Journalismus weitaus anders aussehen was sich im Gegensatz allzu gerne auf die Fahne geschrieben wird.

Sollte Aufklärung, umfassende Information, Diskussion und breitgestreute Lösungsfindung nicht im Sinne aller stehen. Andererseits bestehen mit der heutigen intermedialen Informationslandschaft in jedem Möglichkeiten alle Datenquellen zu lesen, auszuwerten und seine Schlüsse daraus zu ziehen.

Eine weitere Frage wäre, beabsichtigt die Regierung in Schulen vorstellig zu werden um Schüler und Schülerinnen zu motivieren der Armee beizutreten. Wäre das der Fall, wie würden die Direktion und die Gewerkschaften reagieren?

Wen wundert es noch, wenn sich „Misstrauen“ immer mehr verbreitet und Menschen der Demokratie weniger zugetan sind, blickend hier besonders auf eine Jugend welche vieles so oder so früh oder spät nicht mehr hinnehmen will. Dies könnte zu extremen Bewegungen führen, die vielleicht auch auf der Straße ausgetragen werden.

Eine solche schleichende Ablehnung soll nicht hinwegtäuschen über bestehende Auflagen verschiedener Medien oder hinsichtlich Einschaltquoten bzw. dem hohen Anteil von Wähler/Wählerinnen bei den Chambrewahlen.

Wir alle, die Gesellschaft insgesamt, muss Themen offener ohne Vorbehalte angehen, selbst wenn diese unangenehm und langwierig sein sollten. Wir sollten alle offen sein für Diskussionen und Lösungen.

So verbleibe ich, werde weiterhin manifestieren solange es mir die Zeit erlaubt und ich die Erlaubnis erhalte um meine Ansicht darzustellen betreffend: Gegen Aufrüstung und Militarisierung.

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